Hundgestützte Pädagogik bei den „Kastanien“ in der Schule Langbargheide:

Ida und Mimo kommen mit!

Ida und Mimo sind die Pioniere der Hundgestützten Pädagogik (HuPäSch) an der Schule Langbargheide. Nachdem sie alle Genehmigungen der schulischen Gremien, Bescheinigungen vom Tierarzt über Gesundheitszustand und gefahrloses Gemüt sowie über absolvierte Fortbildungsveranstaltungen vorgelegt haben und Klassenlehrerin Kerstin Kötz ein Konzept zu ihrem Einsatz in der Schule ausgearbeitet und vorgestellt hat, arbeiten sie seit Augugst 2011 in der Kastanien-Klasse. Mit diesen Zielen waren Ida und Mimo im August 2011 angetreten:

  • Ida und Mimo schaffen eine besondere Atmosphäre im Klassenraum,
  • fördern und unterstützen einzelne Schüler,
  • machen schüchternen Schülern Mut,
  • beruhigen aufgebrachte Kinder,
  • liefern motivierende Sprech- und Schreibanlässe,
  • sind motivierende Lesefreunde,
  • motivieren, ausführliches Wissen zum Thema Hund zu erarbeiten,
  • unterstützen die Lehrerin,
  • lassen Tierschutzaspekte erleben,
  • gehen gerne mit auf Ausflüge,

sorgen für Bewegung an der frischen Luft…   

Diese Ziele haben Ida und Mimo in den vergangenen acht Jahren mit viel Freude umgesetzt. Immer deutlicher trat dabei aber ihr in heutiger Zeit immer wichtiger werdendes Potenzial zu Tage: die Stärkung der Empathie.

Seit Ida und Mimo in der Kastanien-Klasse arbeiten, also seit es die jahrgangsgemischten „Bäume“-Klassen der Stufen 3 und 4 gibt, ist viel passiert. Die Schule Langbargheide ist eine Schule für alle Kinder und verschließt sich gesellschaftlichen Herausforderungen nicht. Inklusion ist Konzept und Kinder von Einwanderern aus Europa und der ganzen Welt sind hier herzlich willkommen. Ein neuer Schwerpunkt ist in den Mittelpunkt gerückt, denn neben Selbstbewusstsein durch erzielte Leistungen brauchen wir eine sorgsame Erziehung zum Umgang mit Vielfalt, damit eine inklusive Gesellschaft gelingen kann – Demokratiebildung in der Grundschule.

Die Kinder der Kastanien-Klasse sind in ihren Eigenschaften genauso unterschiedlich wie überall auf der Welt. Konflikte und Probleme lauern überall. Damit Vielfalt als Bereicherung angenommen werden kann, ist es so wichtig, die angeborene Empathiefähigkeit, Toleranz und Respekt zu stärken und zu wertschätzen. Dabei helfen Ida und Mimo: Ihre Fähigkeiten, Besonderheiten, ihr Temperament und auch ihre Probleme und Ängste sind für Kinder leichter zu erkennen, einzuordnen und zu würdigen. Denn weil Ida und Mimo trotz aller Rücksicht, die auf sie genommen werden muss, immer sooo süß und sooo niedlich sind, fällt es den Kindern besonders leicht, sich in sie hineinzuversetzen, sie zu beruhigen und ihnen zu helfen, ihren Platz zu finden.

Von hier aus ist der Schritt zu einem fairen und friedlichen Umgang mit anderen Kindern nur noch ein kleiner. Einige Beispiele zeigen Besonderheiten der Hunde und den Umgang der Kastanien-Kinder damit (… gewisse Verhaltensweisen sind übertragbar 🙂

Mimo erschreckt sich bei plötzlichen, lauten Geräuschen. Dürfen wir nicht mehr applaudieren? Doch! Kastanien-Kinder (und das Kollegium der Schule Langbargheide) klatschen nun in Gebärdensprache.

Ida lernt schnell. Sie braucht neue Herausforderungen, damit es nicht langweilig wird. Kastanien-Kinder haben ihr beigebracht, ihre Tasche selbst zu tragen und schon geht der Spaß los!

Mimo hat das mit der Tasche nie verstanden. Ist er dumm? Nein! Ihm ist etwas anderes wichtiger. Er liebt es, wenn Kinder bei ihm sitzen und sich mit ihm beschäftigen. Er hat Spaß mit ihnen, es soll nicht aufhören. Kastanien-Kinder tragen die Tasche gerne für ihn.

Ida ist im Umgang mit Kindern sehr zurückhaltend und schüchtern. Mag sie keine Kinder? Doch! Aber sie drängt sich nicht auf. Sie wartet, bis Kinder zu ihr kommen. Ängstliche Kinder verlieren ihre Angst, weil Ida geduldig wartet, bis sie sich trauen. Bisher hat jedes Kind in der Kastanien-Klasse die Angst vor Hunden verloren.

Mimo kläfft manchmal Dinge oder Erwachsene an. Will er beißen? Nein! Er hat manchmal Angst und möchte „seine“ Kinder beschützen. Er läuft auf die „Gefahr“ zu und bellt aufgeregt, mehr nicht. Offensichtlich hat er schon Schlimmes erlebt. Kastanien-Kinder lernen schnell, ihn zu beruhigen.

Vielfalt ist eine Bereicherung und jeder ist einzigartig und liebenswert, so schüchtern und zurückhaltend, so aufgedreht und wild, so laut oder so ängstlich, so still oder sensibel, jung oder alt, aufgeweckt oder verträumt, ob braun oder weiß, tierisch oder menschlich er – sie – es auch sein mag: Es gibt in der Kastanienklasse niemanden, der an der Gemeinschaft nicht teilhaben könnte, sollte, müsste und wollte!