Die Bachpatenschaft

Unsere 180 Bildungshaus-Schülerinnen und Schüler kümmern sich einmal in der Woche als Bachpaten um den Fangdieckgraben in der Nähe unserer Schule.

Bachpaten
Bachpaten

Stellenwert des Projektes

Unser Bürgermeister Olaf Scholz hat in seiner Regierungserklärung gesagt: „Wir schaffen das moderne Hamburg“ Wir ergänzen: „Wir schaffen das saubere Hamburg!“

Darum haben es sich unsere 180 Bildungshaus-Schülerinnen und Schüler (10 Klassen der Jahrgangsmischung 0/1/2) zur Aufgabe gemacht, sich regelmäßig einmal wöchentlich als Bachpaten um den Fangdieckgraben zu kümmern.So heißt der Bach, der ganz in Schulnähe durch Lurup fließt. Einmal in der Woche dreht sich für jede Bildungshausklasse einen Vormittag lang alles um das Thema „Umwelt“. Das beinhaltet Vorbereitung und Organisation in der Klasse sowie forschen und säubern am Bach.Das Projekt „Bachpatenschaft“ hat in unserer Schule eine 10jährige Tradition und ist von dauerhafter Bedeutung für unsere Schulentwicklung, in der das Thema „Meine Umwelt und ich“ einen hohen Stellenwert hat.

Qualität

Durch die Vernetzung der Schule mit dem Stadtteilgremium „Luruper Forum“ und der Unterstützung der BürgerStiftung ist es uns gelungen, den Umweltpädagogen A.Lampe für unser Konzept zu begeistern. Im Team leiten er und die LehrerInnen die Kinder an, den Bach zu erforschen, zu säubern und zu renaturieren.Dafür bauen die Kinder Kies- und Stömungslenker. Bevor es losgeht, wird die Arbeit am Bach im Klassenzimmer besprochen. Im Anschluss werden die Vermutungen vor Ort am Bach überprüft. Mit Keschern fischen die Kinder Wasserasseln, Teichmuscheln und Schnecken aus dem Wasser und untersuchen diese genau.Die Kinder lernen viel über die Lebensraumbedingungen von Fischen und anderen Tieren.Die Kinder achten außerdem darauf, dass der Bach und seine Umgebung nicht durch Müll gestört werden.Das neu gewonnene Wissen wird im Sachkunde- und Deutschunterricht weiter behandelt und vertieft.Die Kinder erhalten ein umfassendes Umweltwissen.

Erfolge

Durch diese praktische Erfahrung profitieren die Kinder auf vielen Ebenen. Durch den intensiven Kontakt zu den Tieren, den Pflanzen und dem Wasser identifizieren sich die Kinder mit ihrer Umwelt und sie reflektieren ihr eigenes Verhalten in der Natur. Die Kinder sind sehr stolz auf ihre Arbeit und werden selbstbewusster. Das ist Voraussetzung zum Lernerfolg, denn viele unserer SchülerInnen kommen aus belasteten Familien. Kinder stark zu machen, ist an unserem Standort besonders wichtig, denn wir sind eine Brennpunktschule mit dem KESS-Faktor 1. Die Erfolge der Arbeit unserer kleinen Naturschützer werden im Stadtteil sehr positiv aufgenommen. So haben sie ihr Projekt bereits auf dem Luruper Forum vorgestellt und viel Bewunderung geerntet. Auch die NABU bedankte sich bei den SchülerInnen.

Bürger StiftungFörderer und Unterstützer
Wir danken der BürgerStiftung, die langfristig unser Bachpaten-Projekt mit Mitteln der Jens-Steineke-                                         Stiftung unterstützt.

Gesellschafter Wert

Durch das Bachpatenprojekt wächst nicht nur das Umweltwissen und das
Selbstbewusstsein unserer Bildungshauskinder, sondern auch ihre Heimatverbundenheit. Eine Identifikation mit dem Stadtteil ist besonders für die SchülerInnen mit Migrationhintergrund sehr wichtig. In unseren Klassen lernen die Kinder jahrgangsgemischt und inklusiv, denn unser Motto ist: „Mit allen an die Spitze!“ In das Bachpaten-Projekt werden alle Kinder – mit und ohne Behinderung – integriert. Stärkere SchülerInnen unterstützen schwächere und wer schneller ist, kann schon mal bei denen mitlernen, die im Stoff weiter sind.Projekte wie die „Bachpatenschaft“ tragen dazu bei, dass es vielleicht in einigen Jahren das Wort „Inklusion“ gar nicht mehr gibt, weil das Zusammenlernen und -arbeiten von Kindern mit und ohne Behinderung selbstverständlich geworden ist. Das wünschen wir uns.

Übertragbarkeit

Jeder kann eine Bachpatenschaft übernehmen und sich für die Umwelt engagieren.Wir haben vor zehn Jahren die Bachpatenschaft für den Fangdiek-Graben übernommen und unseren Kindern macht es immer noch Spaß dort zu lernen und zu arbeiten.Wir werden auf jeden Fall Bachpaten bleiben. Es ist eine große Aufgabe für kleine Umweltschützer.

Weitere Informationen zum Thema
Bachpatenschaft: Ein Bericht vom Oktober 2011