Schulhunde in der Grundschule Langbargheide

Hundgestützte Pädagogik: Ida, Mimo und Nala schaffen eine besondere Atmosphäre im Klassenraum.

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Schulhunde-Titel
HuPäSch – Hundgestützte Pädagogik in der Schule

HuPäSch – oder: Was sollen die Hunde in der Schule?  

Ida und Mimo schaffen eine besondere Atmosphäre im Klassenraum,

  • fördern und unterstützen einzelne Schüler,
  • unterstützen die Lehrerin,
  • liefern motivierende Sprech- und Schreibanlässe,
  • motivieren, ausführliches Wissen zum Thema Hund zu erarbeiten,
  • lassen Tierschutzaspekte erleben,
  • sorgen für Bewegung an der frischen Luft und sie
  • stärken die sozial-emotionalen Kompetenzen aller Kinder!

 

Emotionale Kompetenz ist der bewusste Umgang mit den eigenen Gefühlen …

  • Angst ist ein sehr starkes Gefühl, das von Natur aus eine wichtige Schutzfunktion darstellt. Kommt es jedoch zu einer Übersteigerung von Ängsten, stellen sie einen Störfaktor in der emotionalen und geistigen Entwicklung eines Kindes dar.
  • Gelingt es einem Kind, Angst auf verschiedenen Ebenen zu erspüren, bewusst zu machen und zu überwinden, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es auch in anderen Lebensbereichen freier, souveräner und selbstbewusster Handeln kann.
  • Dieser bewusste Umgang mit den eigenen Emotionen ermöglicht Kindern so auch, Impulse leichter zu kontrollieren und Panikreaktionen zu vermeiden. Aggressives und mittelpunkt-suchendes Verhalten kann reduziert werden.

Die emotionale Kompetenz zu stärken bedeutet, Kindern eine situationsangemessene und souveräne Steuerung der eigenen Gefühle zu ermöglichen.

 

… soziale Kompetenz bezieht die Gefühle anderer mit ein.

Soziale Kompetenz ist die Fähigkeit, souverän, einfühlsam, fair und konstruktiv mit anderen Menschen und ihren Gefühlen umzugehen. Sie beinhaltet:

  • Teamfähigkeit,
  • Empathie, d.h. die Fähigkeit, sich in andere hineinzuversetzen und einzufühlen,
  • das konstruktive Lösen von Konflikten.
  • Bereitschaft zur Kooperation,
  • Rücksichtnahme auf Mitmenschen und Umwelt,
  • die Fähigkeit, ehrlich, verlässlich und respektvoll anderen gegenüber aufzutreten und zu handeln.

Einen ersten Schritt zum Erlernen sozialer Kompetenz stellt das Wahrnehmen von Gefühlen und Stimmungen anderer dar. Es ist Bedingung für einen emotional intelligenten Umgang mit anderen Menschen und der Umwelt.
Soziale Kompetenz kann man lernen, sie ist allerdings eine sehr „zerbrechliche“ Fähigkeit, die immer wieder geübt werden muss.

Wer sind Ida und Mimo?

  • Ida und Mimo sind Perros de Agua – mehr oder weniger reinrassig, sie sind Fundhunde aus Spanien. Aufgrund ihrer Fellstruktur gelten sie als nicht allergieauslösend.
  • Im spanischen Tierhheim wurden Tierschützer auf ihr besonders freundliches und soziales Wesen aufmerksam, ließen sie tierärztlich versorgen und schickten sie mit dem Flugzeug nach Deutschland.
  • Auf ihren Tickets stand „Ida“, das ist spanisch und bedeutet „einfache Fahrt“.
  • In ihrem Leben haben Ida und Mimo schon einiges erlebt, das bestimmt nicht immer schön war. Aber sie haben sich erholt, genießen die frische Hamburger Luft und sind gesund und friedlich.
  • Sie reagieren stets dankbar, wenn Menschen wohlwollend und freundlich auf sie zugehen. Dabei sind sie nicht aufdringlich.
  • Geduldig warten sie auf Zuwendung und „Mimo“, das ist spanisch und heißt „Streicheleinheit, Liebkosung“.
  • In gereizter Atmosphäre ziehen sie sich jedoch zurück, grobem Verhalten weichen sofort sie aus – das ist deutlich und für Kinder augenblicklich nachvollziehbar … und echt hanseatisch!

Was macht Frau Kötz?

  • Seit 2008 bin ich Lehrerin an der Schule Langbargheide.
  • Die „Kastanien“, eine jahrgangsgemischte Klasse der Stufen 3 und 4, führe ich seit Sommer 2011 als Klassenlehrerin.
  • Ida und Mimo sind natürlich Thema im Sachunterricht, den sie „anschaulich“ bereichern. Sie werden besprochen, beschrieben, gemalt und bewegt …
  • … ihre Hauptaufgabe besteht jedoch darin, einfach „da“ zu sein, d.h. zu schnuppern, zu spielen, sich kraulen zu lassen, herumzugehen, sich auszuruhen und Kontakt zu den Kindern aufzunehmen – oder eben auch nicht – ganz genau so, wie Hunde das eben tun.

Die Stärkung der sozial-emotionalen Kompetenz der Kinder geschieht dabei ganz automatisch. Fast unbemerkt nehmen die Hunde den Kindern die Angst und vermitteln ihnen, wie man Kontakt zu einem Lebewesen aufnehmen kann und wie man Beziehungen aufbaut.

Wie geht das?

  • Um die Grundsätze der hundegestützten Pädagogik in der Schule (HuPäSch) so sinnvoll wie möglich umsetzen zu können, habe ich mich dem Arbeitskreis „Schulhund Hamburg“ angeschlossen (siehewww.schulhundweb.de ).
  • Auf regelmäßigen Fortbildungen werden grundlegende Bedingungen erörtert und Tipps und Erfahrungen ausgetauscht.
  • Alle Gremien der Schule Langbargheide haben den Einsatz von Ida und Mimo als Schulhunde genehmigt.
  • Ida und Mimo mussten Gesundheitszeugnisse, Haftpflichtversicherungen und Bescheinigungen darüber vorlegen, dass sie vom Wesen her ruhig und freundlich sind, nicht aggressiv auf Menschen reagieren, über einen Grundgehorsam verfügen und ein gewisses Maß an Stress ertragen können.
  • Der Umgang mit den Hunden erfolgt nach einem speziell ausgearbeiteten, verbindlichen Hygieneplan. Dieser Plan und alle Zeugnisse können im Schulbüro eingesehen werden.
  • Ida und Mimo haben Frau Kötz als feste Bezugsperson und können nicht ausgeliehen werden oder unbeaufsichtigt mit Kindern im Klassenraum bleiben. Ida und Mimo bekommen einen Rückzugsort im Klassenraum, in dem sie nicht gestört werden dürfen.

Was macht Frau Glauch?

  • Seit 2006 arbeite ich an der Schule Langbargheide und bin als Klassenlehrerin und Beratungslehrerin tätig.
  • Ich bin seit Sommer 2013 die Klassenlehrerin der „Weiden“. Die „Weiden“ sind eine jahrgangsgemischte Klasse der Stufen 3 und 4.
  • Nala wird von mir als Klassenhund bei den „Weiden“ eingesetzt. Sie ruht sich im Klassenraum aus und sorgt einfach dadurch schon für eine ruhige Atmosphäre. Sie geht aber auch rum, lässt sich streicheln und etwas aus einem Buch vorlesen. Die Kinder können in den Pausen mit ihr spielen.
  • Nala unterstützt mich besonders beim Thema „Haustiere“ im Sachunterricht. Die Schüler lernen die Körpersprache des Hundes live kennen. Sie lernen genau zu beobachten, Rücksicht zu nehmen und überwinden eigene Ängste.

Wer ist Nala?

  • Nala ist eine 2-jährige spanische Wasserhündin (Perro de Agua Español).
  • Sie stammt wie Ida und Mimo aus dem spanischen Tierschutz und flog als sie ungefähr ein halbes Jahr alt war mit dem Flugzeug nach Hamburg.
  • In Hamburg kam Nala in die Familie von Frau Glauch. Dort fühlte sie sich sofort wohl, besuchte die Hundeschule und fasste wieder Zutrauen zu anderen Hunden.
  • An der Elbe spielt Nala jetzt gerne mit anderen Hunden oder einem Ball. Manchmal buddelt sie tiefe Löcher und legt sich hinein. Wenn ihr vom Laufen oder Buddeln warm wird, badet sie in der Elbe.

Kompetenzen erweitern im Umgang mit einem Hund …

  • Nala ist ein sehr freundlicher Hund, der sich eher langsam und vorsichtig in Räumen bewegt. So können auch ängstliche Kinder ihre anfängliche Scheu schnell überwinden.
  • Nicht nur mutige, sondern auch ängstliche Kinder wollen ganz nah an Nala ran. Ob allein oder mit Unterstützung von Mitschülern – keiner lässt sich das Streicheln des langen weichen Fells entgehen. Dass man warten muss, bis man an der Reihe ist, stört niemanden. Luka sagt: „Sie fühlt sich an wie ein Teddybär.“
  • Die Kinder lernen mit Nala einen Hund kennen, der sich bei Lautstärke und Hektik zurückzieht. Sie wollen alle, dass Nala sich bei den Adlern wohlfühlt . Daher achten sie auf sich und ihre Mitschüler, damit es ruhig zugeht. So fühlt sich nicht nur der Hund wohl – die angenehme Arbeitsatmosphäre tut allen gut.

„Wir sind so gern in der Natur, weil sie kein Urteil über uns hat.“ (Arthur Schopenhauer)

Eine Evaluation  

Ida und Mimo arbeiten seit einem Dreivierteljahr mit Frau Kötz und den Kastanien eng zusammen. Konnten sich die Erwartungen erfüllen?

Ida und Mimo bereichern unser Schulleben. Die erhofften Wirkungen auf unsere Schülerinnen und Schüler haben sich eingestellt:

Ein Hund schafft eine besondere Atmosphäre im Klassenraum,
• fördert und unterstützt einzelne Schüler,
• unterstützt die Lehrerin,
• liefert motivierende Sprech- und Schreibanlässe,
• motiviert, ausführliches Wissen zum Thema Hund zu erarbeiten,
• lässt Tierschutzaspekte erleben,
• sorgt für Bewegung und frische Luft und, und, und …

Dazu mussten folgende Bedingungen erfüllt werden:

Die verschiedenen Gremien der Schule Langbargheide (Schulaufsicht, Schulleitung, Schul-konferenz, Lehrerkonferenz und Elternrat) haben den Einsatz der Schulhunde genehmigt.

Ida und Mimo verfügen über Nachweise wie Gesundheitszeugnisse, Haftpflichtversicherungen und Bescheinigungen darüber, dass sie ein ruhiges, freundliches Wesen haben, nicht aggressiv auf Menschen reagieren, über einen Grundgehorsam verfügen und ein gewisses Maß an Stress ertragen können. Frau Kötz hat einen verbindlichen Hygieneplan erstellt.
Alle Nachweise werden im Schulbüro verwahrt, wo sie von Eltern eingesehen werden können.

Der Erfolg des Projektes „Gemeinsam lernen mit Ida und Mimo“ ist so ermutigend, dass sich nach Ida und Mimo ein dritter Hund in die „Hundgestützte Pädagogik in der Schule“ (HuPäSch) einarbeitet: Nala, die mit Frau Glauch bei den Adlern für eine ruhige und freundliche Atmosphäre sorgt.

Dieses neu überarbeitetes Konzept finden Sie mit vielen neuen Fotos im Download. Unter unserer Fotogalerie.

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