Das Bildungshaus Lurup

„Bildung ist der Schlüssel für eine bessere Welt.“ Nelson Mandela

Bildungseinrichtungen stehen nicht nur vor großen strukturellen Herausforderungen, sie müssen auch pädagogisch neue Wege gehen: zukunftsorientiert fördern und fordern, auf die Vielfalt der Fähigkeiten und Talente eingehen und die Verantwortung für den Lernprozess nach und nach dem Einzelnen übertragen.

Dies setzt Offenheit und die Bereitschaft zu Veränderung voraus. Der heute 91jährige Nelson Mandela hat es treffend formuliert:“ „Bildung ist der Schlüssel für eine bessere Welt.“
Das ist der Grund, warum die Schule Langbargheide und die Kindertagesstätte Moorwisch 2007 gemeinsam das Bildungshaus Lurup gegründet haben.

Logo Bildungshaus Lurup Unsere Broschüre:

Bildungshaus Lurup – mit allen an die Spitze!  als Download.

Zwei Institutionen – dieselben Kinder

Unsere Schule und die Kindertagesstätte Moorwisch liegen nebeneinander im Herzen Lurups im Westen Hamburgs. Die Mehrheit der Kinder wächst mit mehr als einer Sprache im häuslichen Umfeld auf. Unsere Schule führt Integrative Regelklassen und hat in diesem Schuljahr erstmalig auch Integrationskinder nach § 12 aufgenommen. Ebenso wie die Kita Moorwisch in Trägerschaft der Stiftung Alsterdorf, die schon seit langem I-Kinder betreut. Kulturelle Vielfalt und Heterogenität begreifen wir als Chance.

 

Zwei Institutionen – gemeinsame Ziele

So lag es nahe, die Anschlussfähigkeit zwischen unseren beiden Bildungseinrichtungen in den Blick zu nehmen und die Kooperation zu stärken. Wir wollten uns noch enger vernetzen und ein gemeinsames Bildungsangebot für die Kinder und Eltern unseres Stadtteils erarbeiten.

Besonders wichtig war uns dabei, Kindern mit starker familiärer Insuffizienz Halt zu geben und gleiche Bildungs- und Entwicklungschancen zu ermöglichen. Gleichzeitig wollten wir mehr Betreuungsangebote im schulischen Bereich schaffen.
Das Bildungshaus Lurup entstand nach einem Jahr gemeinsamer Fortbildung von Kita- und GrundschulkollegInnen und nahm im Schuljahr 2007/08 erstmalig Kinder auf.

Von Anfang an orientierten wir uns bei unserer Arbeit an den folgenden sechs Qualitätsmerkmalen:

  1. Wir gestalten gemeinsam einen gelingenden Übergang aus der Kita in die Grundschule.
    Möglichst viele Gruppen werden durch ein multiprofessionelles Team aus Kita- und Grunschulkolleginnen betreut. Mindestens eine Gruppe wird in der Kita, die anderen in der Schule untergebracht.
  2. Wir entwickeln ein gemeinsames Bild vom Kind, das Eingang in unsere pädagogische Konzeption findet.
    Die Kinder stehen im Mittelpunkt unseres Konzepts, das ihre sozialen, kognitiven und lernmethodischen Kompetenzen stärkt. Die Kinder werfen erste Anker, gewinnen Sicherheit und erfahren, dass nicht alles in der Schule neu sein wird. Gemeinsam sind wir der Auffassung, dass Erstklässler keine Lernanfänger sind und jedes Kind seine eigene Bildungsbiografie hat. Kein Kind wird zurückgelassen. Jedes Kind zählt und verdient Unterstützung.
  3. Wir haben eine gemeinsame Vorstellung von einer neuen Lernkultur gewonnen.
    Der Unterricht erfolgt in allen Bildungshausklassen in jahrgangsgemischten Gruppen (0-2 bzw. 0-3). Individualisierte Lernformen wie Werkstatt- und Stationenlernen, Projektunterricht und Wochenplanarbeit sowie Gesprächskreis, Einzel- Partner- und Gruppenarbeit sind verbindlicher Bestandteil des Unterrichts.
  4. Wir entwickeln anschlussfähige Formen von Beobachtung, Reflexion und Dokumentation.
    Es gibt einen regen Informationsaustausch über den Entwicklungsstand und -verlauf des einzelnen Kindes, mit dem Ziel einer kontinuierlichen Förderung. Individuelle Förderplane für alle Kinder mit und ohne Behinderung, im Sinne eines Portfolios werden zzt. von den KollegInnen erarbeitet. Die Sprachstandsfeststellung der Viereinhalbjährigen wird von den Grundschulkolleginnen in der Kita durchgeführt. Es gibt einen gemeinsamen Austausch darüber. Am Ende werden die Möglichkeiten der Sprachförderung abgestimmt.
    Das Sprachförderkonzept der Schule Langbargheide „Profi Deutsch von Anfang an“ enthält deshalb ein mit den Kita-Kolleginnen beratendes Kapitel für unsere Bildungshausklassen.
  5. Wir wollen unsere eigene Professionalität in Kita und Schule stärken.
    Einmal in der Woche treffen sich Sozialpädagoginnen, ErzieherInnen, Grundschulkolleginnen und Sonderpädagoginnen. Alle Professionen zusammen reflektieren ihre eigene Arbeit und entwickeln neue Unterrichtsvorhaben. Eine Aufgabe, die Teamarbeit und verbindliche Teamabsprachen voraussetzt. Gemeinsame Fortbildung ist selbstverständlicher Baustein unseres Bildungshauses. Unterstützt werden wir dabei vom Landesinstitut für Lehrerbildung und Schulentwicklung in Hamburg.
  6. Die Erziehungs- und Bildungsverantwortung wird von Eltern, Kita und Schule gemeinsam wahrgenommen. Die Eltern sind an der Konzeptentwicklung „Bildungshaus Lurup, Übergang Kita-Schule“ beteiligt. Die pädagogische Arbeit wird durch gemeinsame Aktionen wie das Feiern verschiedener Feste, z. B. das alljährliche interkulturelle Neujahrsfest mit Tänzen, Musik und großem Buffet der Eltern oder die Projekte „Bleib fit und mach mit“ und das Gesundheitsprojekt „Fit am Lüdersring“(siehe Anlage „Blitzlichter aus der Arbeit“) transparent gemacht. Zum Teil sind Eltern am Unterricht beteiligt, zum Beispiel in den Family Literacy-Stunden, in denen der Spracherwerb von Kindern unter Mitwirkung von Eltern verbessert wird. Gleichzeitig intensiviert sich die Zusammenarbeit von Eltern und Schule/ Kita bzw. unserem Bildungshaus. Der regelmäßige Austausch mit den Eltern über die individuelle Entwicklung ihres Kindes ist in unserem Bildungshaus fest installiert. Außerdem finden Beratungs- und Informationsgespräche über individuelle Begabungen und Besonderheiten statt. Rückmeldungen zu Lernentwicklungen und Informationen über pädagogische Schwerpunkte sind fester Bestandteil unseres kooperativen Lernangebots.

Alle sind Kooperationsgewinner

Alle Beteiligten profitieren von der Zusammenarbeit der Kita Moorwisch und der Schule Langbargheide in unserem Bildungshaus:
– die Kinder stehen im Mittelpunkt des Konzepts, das ihre sozialen, kognitiven und lernmethodischen Kompetenzen stärkt.
– Die Eltern werden in den Prozess einbezogen und haben die Chance sich mit der neuen Situation vertraut zu machen. Ein konstruktiver Austausch zwischen Schule, Kita und Eltern wie in unserem Bildungshaus baut Unsicherheiten ab.
– Die PädagogInnen und Lehrkräfte unserer beiden Einrichtungen profitieren von der Kooperation. Der Umgang miteinander ist geprägt von gegenseitiger Anerkennung und Wertschätzung. Der Austausch und die gemeinsame Entwicklung und Reflexion des Unterrichts bereichert die eigene Arbeit und bringt neue Erkenntnisse.

Kooperation – das neue Zauberwort?

In unserer Hamburger Schullandschaft ja!
Kindern eine kontinuierliche Bildungsbiografie von der Kindertagesstätte in den Grundschulbereich zu ermöglichen, erfordert eine strukturelle und inhaltliche Verzahnung von Elementar- und Primarbereich. Damit ist ein komplexes Gebilde neuer Aufgaben hinsichtlich veränderter Arbeitsformen und -inhalte in beiden Bereichen verbunden.
Im kooperativen Bildungsangebot der Kita Moorwisch und der Schule Langbargheide im Bildungshaus Lurup stellen wir uns gemeinsam dieser großen Aufgabe.

 

Weitere Informationen zum Thema

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Der Film, gedreht von Thomas Tittel, gibt einen lebendigen Eindruck über das Bildungshaus vor Ort.
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